Wenn Unternehmen wüssten, was sie alles wissen!
Wissensmanagement zwischen Mensch und KI
Ich hatte in dieser Woche einen spannenden Call mit einem ehemaligen Kollegen. Er beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Wissensmanagement und hier im Besonderen mit dem Wissenstransfer. Ein Teil des Wissensmanagements, der angesichts der demographischen Entwicklung immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Interessant fand ich vor allem eine Erfahrung von ihm, die ich sehr teile:
Top down aufgesetztes Wissensmanagement funktioniert deutlich seltener als ein Wissensmanagement, dass im kleinen Kreis, also von unten nach oben aufgesetzt wird.
Warum ist das so? Zunächst einmal, weil in einer kleinen Gruppe das Teilen von Wissen greifbarer wird und sofort in den Arbeitsalltag integriert werden kann.
Unternehmensweite Wissensdatenbanken haben den Vorteil das verfügbare Wissen an einem zentralen Ort zu bündeln, aber die Masse an Informationen überfordert häufig die Anwender:innen. Selbst gute Suchroutinen führen dann häufig nicht zum gewünschten Ergebnis und somit verkommt das gut gedachte Wissensmanagement zu einem großen Datengrab ohne nachhaltigen Nutzen.
Implizites Wissen wird eher gegenüber Menschen als gegenüber Maschinen geteilt
Ein weiterer Punkt ist natürlich auch die Erhebung der benötigten Daten. Sicher gibt es massenhaft explizites Wissen in verschiedensten Dokumenten, aber häufig ist implizites Wissen, also das, was die Menschen im Kopf haben, noch viel wertvoller.
Viele versuchen hier mit KI-Anwendungen dieses Wissen zu erheben, aber sind wir mal ehrlich: Wollen wir einer Maschine unser Herz ausschütten? Es mag sein, dass sich der Umgang mit KI in naher Zukunft „normalisiert“ und auch das gut funktionieren wird. Heute sieht die Welt aber noch anders aus.
Insbesondere die negativen Erfahrungen im Berufsleben werden wir eher einer Person gegenüber Preis geben, zu der wir ein entsprechendes Vertrauensverhältnis aufgebaut haben. Und genau das passiert in einem gut organisierten und strukturierten Wissenstransfer-Prozess. Hier wird also auf absehbare Zeit der Mensch immer noch eine ganz zentrale Rolle spielen.
Wenn das Wissen erfasst ist, dann kann jedoch KI die ganze Stärke ausspielen. Aus erhobenem Wissen, egal ob explizit und/oder implizit können Lerninhalte erstellt, bereitgestellt und Lernfortschritte erfasst und ausgewertet werden. Hier zeigt sich, dass der Umgang und die Aufbereitung von großen Datenmengen bei einer KI in den richtigen „Händen“ oder sollte man besser sagen Einsen und Nullen ist. Dabei ist der KI auch völlig egal in welchen Formaten das Wissen vorliegt. Das können Dokumente, Zeichnungen, Fotos, Tonaufnahmen oder auch Videomaterial sein. Die KI zieht sich die wesentlichen Inhalte für eine Learning Journey heraus und bereitet die Inhalte strukturiert auf.
Wer Wissensmanagement menschlich und gleichzeitig technologisch sinnvoll aufbauen möchte, kann mich gern kontaktieren. Für den Wissenstransfer selbst ebenso wie für KI-gestützte Learning Journeys habe ich die passenden Expert:innen im Netzwerk.